Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung (AVV)
Fassung 2026-10-24 · gemäß Art. 28 Abs. 3 DSGVO · Auftragsverarbeiter: Dávid-Dennis Warning (Struxify), Bürgermeister-Steenbock-Straße 21 a, 24558 Henstedt-Ulzburg, Deutschland · Kontakt: hello@struxify.io
1. Gegenstand, Art und Zweck der Verarbeitung
Der Auftragsverarbeiter wertet für den Verantwortlichen Kundenanfragen (eingefügt, per E-Mail weitergeleitet oder über den Storefront-Chat) mit KI aus, gleicht sie mit Katalog und Bestellhistorie des Shops ab, legt auf Veranlassung des Verantwortlichen Entwürfe (Draft Orders) in dessen Shopify-Konto an, versendet Angebote per E-Mail, verteilt Anfragen an Mitarbeiter, prüft Händler-Registrierungen (USt-IdNr. bei VIES, Nachweis-Dokument) und setzt die Freischaltung im Shopify-Kundenkonto um, nimmt Schnellbestellungen entgegen und ermittelt Ladenhüter aus Bestand und Absatz. Die Verarbeitung dient ausschließlich diesem Zweck.
2. Art der Daten und Kategorien betroffener Personen
- Kunden und Interessenten des Verantwortlichen: Name, Firma, E-Mail-Adresse, Shopify-Kunden-ID, Inhalte von Anfragen (E-Mails, Chat-Nachrichten, Rückfragen zum Angebot), Schnellbestellungen (Artikel, Mengen, freiwillige Angaben), Bestellhistorie (Artikel, Mengen, Daten, Preise), B2B-Firmenzuordnung.
- Besucher des Storefront-Chats: Chat-Nachrichten, freiwillig angegebene Kontaktdaten, gekürzter Hash der IP-Adresse (Missbrauchsschutz).
- Geschäftskunden im Freischaltungsverfahren: Firmenname, Ansprechperson, E-Mail-Adresse, Land, USt-IdNr., Ergebnis der VIES-Prüfung (Gültigkeit, hinterlegter Firmenname und Anschrift, Vorgangsnummer), hochgeladener Nachweis der Gewerbetätigkeit (bis zur Entscheidung, höchstens 90 Tage), Entscheidung und Protokoll der Freischaltung.
- Mitarbeiter des Verantwortlichen: Name und E-Mail-Adresse der im Verteilzentrum angelegten Personen, Zuweisungen.
Besondere Kategorien personenbezogener Daten (Art. 9 DSGVO) sind nicht Gegenstand der Verarbeitung; der Verantwortliche übermittelt solche Daten nicht gezielt.
3. Weisungen
Der Auftragsverarbeiter verarbeitet die Daten nur auf dokumentierte Weisung des Verantwortlichen (Art. 28 Abs. 3 lit. a DSGVO). Weisungen sind diese Vereinbarung, die Nutzungsbedingungen und die Einstellungen, die der Verantwortliche in der App vornimmt (z. B. Aufbewahrungsfrist, Autopilot, Absender-Freigaben, Team, Regeln für Freischaltung und Gegenangebote). Weitere Weisungen erteilt er in Textform an hello@struxify.io. Hält der Auftragsverarbeiter eine Weisung für rechtswidrig, weist er den Verantwortlichen unverzüglich darauf hin (Art. 28 Abs. 3 Satz 3 DSGVO). Eine Verarbeitung außerhalb dieser Weisungen erfolgt nur, wenn das Recht der EU oder eines Mitgliedstaats dazu verpflichtet; der Auftragsverarbeiter teilt dies vorher mit, sofern das Recht es nicht verbietet.
4. Vertraulichkeit
Alle Personen, die beim Auftragsverarbeiter Zugang zu den Daten haben, sind zur Vertraulichkeit verpflichtet oder unterliegen einer gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht (Art. 28 Abs. 3 lit. b DSGVO).
5. Technische und organisatorische Maßnahmen (Art. 32 DSGVO)
- Verschlüsselte Übertragung aller Verbindungen (HTTPS/TLS), auch zu Shopify, KI-Dienst und E-Mail-Dienst.
- Hosting von App und Datenbank in einem Rechenzentrum in der EU (Niederlande).
- Zugriff auf Shop-Daten nur über die von Shopify erteilten Berechtigungen (OAuth, Session-Tokens); Prüfung der Signaturen aller Shopify-Webhooks und Proxy-Aufrufe sowie der E-Mail-Webhooks.
- Strikte Trennung der Daten je Shop (Mandantentrennung über die Shop-Zuordnung in jeder Abfrage).
- Zugang zu Server und Datenbank nur für den Auftragsverarbeiter über persönliche Zugangskonten; keine Weitergabe von Zugangsdaten.
- Missbrauchsschutz: Ratenbegrenzung je IP, Tageslimits je Shop, IP-Adressen nur als gekürzter Hash.
- Datenminimierung: An den KI-Dienst gehen nur die für die Erkennung nötigen Inhalte; keine Verwendung der Daten zum Training.
- Löschfristen: Anfragen werden nach der vom Verantwortlichen gewählten Frist anonymisiert (12, 24 oder 36 Monate ab Eingang; Standard 24 Monate): Anfragetext, E-Mail-Adresse, Kundenzuordnung und Freitexte werden entfernt, Rückfragen und Antworten zum Angebot gelöscht. Chatverläufe werden 90 Tage nach der letzten Nachricht gelöscht.
- Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung von Abhängigkeiten und Sicherheitseinstellungen.
Der Auftragsverarbeiter darf die Maßnahmen weiterentwickeln, sofern das Schutzniveau nicht unterschritten wird.
6. Unterauftragsverarbeiter
Der Verantwortliche erteilt die allgemeine Genehmigung (Art. 28 Abs. 2 DSGVO) für folgende Unterauftragsverarbeiter:
- Railway Corporation (USA) – Hosting von App und Datenbank, Rechenzentrum in der EU (Niederlande).
- Google Ireland Ltd. / Google LLC (USA) – KI-Auswertung der Anfragetexte (Gemini-API, kostenpflichtige Nutzung ohne Training).
- Resend Inc. (USA) – Versand und Empfang von E-Mails (E-Mail-Eingang, Angebote, Benachrichtigungen an Team-Mitglieder und an den Verantwortlichen über neue Freischaltungsanträge).
Mit jedem Unterauftragsverarbeiter besteht ein Vertrag, der ihm dieselben Datenschutzpflichten auferlegt (Art. 28 Abs. 4 DSGVO). Übermittlungen in die USA erfolgen auf Grundlage des EU-US Data Privacy Framework, soweit der Anbieter zertifiziert ist, sonst der EU-Standardvertragsklauseln (Art. 45, 46 DSGVO). Über beabsichtigte Änderungen informiert der Auftragsverarbeiter mindestens 30 Tage vorher auf dieser Seite und per E-Mail oder Hinweis in der App; der Verantwortliche kann aus wichtigem datenschutzrechtlichem Grund widersprechen und die Nutzung beenden. Shopify ist kein Unterauftragsverarbeiter, sondern die vom Verantwortlichen selbst gewählte Plattform.
7. Unterstützung des Verantwortlichen
- Betroffenenrechte (Art. 12–22 DSGVO): Anfragen von Betroffenen leitet der Auftragsverarbeiter an den Verantwortlichen weiter. Löschersuchen, die Shopify übermittelt, setzt die App automatisch um. Auskunftsersuchen unterstützt der Auftragsverarbeiter auf Anforderung mit den gespeicherten Daten.
- Datenpannen (Art. 33, 34 DSGVO): Der Auftragsverarbeiter meldet eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten unverzüglich, möglichst innerhalb von 24 Stunden nach Kenntnis, mit den ihm vorliegenden Informationen.
- Datenschutz-Folgenabschätzung und Konsultation (Art. 35, 36 DSGVO): Der Auftragsverarbeiter stellt die dafür nötigen Informationen zur Verfügung.
8. Löschung und Rückgabe nach Ende der Nutzung
Mit der Deinstallation der App löscht der Auftragsverarbeiter alle Daten des Shops (Einstellungen, Katalogkopie, Anfragen, Chatverläufe, Ladenhüter-Daten, Freischaltungsanträge, Team); spätestens mit der Löschaufforderung von Shopify ist die Löschung abgeschlossen. Die in Shopify angelegten Entwürfe bleiben im Shop des Verantwortlichen. Möchte der Verantwortliche Daten vorher erhalten, kann er sie vor der Deinstallation in der App einsehen oder per E-Mail anfordern (Art. 28 Abs. 3 lit. g DSGVO).
9. Nachweise und Überprüfungen
Der Auftragsverarbeiter stellt dem Verantwortlichen alle Informationen zum Nachweis der Einhaltung dieser Pflichten zur Verfügung und ermöglicht Überprüfungen, in der Regel durch schriftliche Auskunft; Vor-Ort-Prüfungen nach angemessener Vorankündigung (Art. 28 Abs. 3 lit. h DSGVO).
10. Schlussbestimmungen
Für die Haftung gilt Art. 82 DSGVO. Bei Widersprüchen geht diese Vereinbarung den Nutzungsbedingungen in Datenschutzfragen vor. Es gilt deutsches Recht. Änderungen dieser Vereinbarung werden wie die Nutzungsbedingungen in der App erneut bestätigt.